Ein Raumspaziergang mit Notizkarten, Aufnahmen und stillen Beobachtungen eröffnet die Vielfalt an Gefühlen, Erinnerungen und kleinen Ärgernissen. Menschen erzählen von Zugluft, grellem Licht, Sommerstaus der Wärme, aber auch von Lieblingsplätzen und unerwarteten Begegnungen. Aus diesen Fragmenten formen wir erste Leitmotive und mögliche Pflanzentypen, die Schatten, Duft, Sichtschutz oder akustische Puffer schaffen, während persönliche Erinnerungen sichtbar verankert werden.
Als ein achtjähriges Mädchen ein Klettergerüst für Bohnen an die Wand malte, entstand eine Idee, die ohne Pflege nicht tragfähig wäre. Gemeinsam mit dem Hausmanagement wurde ein Jahresplan mit Gießzeiten, Vertretungen, Ferienpatenschaften und Hinweisschildern erarbeitet. So wird aus einer Zeichnung eine verlässliche Routine, in der Verantwortung, Freude und kleine Überraschungen den Alltag beleben und der Innenraum dauerhaft gedeiht.
Bevor teure Installationen beschlossen werden, helfen kostengünstige Prototypen beim Testen. Kartonbögen, mobile Pflanzkisten, temporäre Sitzmodule und geborgtes Grün simulieren spätere Wirkungen auf Licht, Akustik und Orientierung. Besucherinnen setzen sich, verweilen, geben Feedback, erzählen. Was im Modell trägt, wird verfeinert; was stört, verschwindet ohne Reue. So entstehen Entscheidungen, die von Erfahrungen, nicht nur Annahmen, getragen werden.